Georgien auf einen Blick
Zusammenfassung
- Fläche: 69.700 km2 (Weltrang: 118)
- Einwohner: 4.399.000 = 63 je km2 (F 2007, Weltrang: 118)
- Hauptstadt: Tbilissi (Tiflis)
- Amtssprachen: Georgisch
Verfassung von 1995
Präsidialrepublik
Parlament (Sakartwelos Parlamenti) mit 150 Mitgl., Wahl alle 4 J.
Direktwahl des Staatsoberhaupts alle 5 J. (einfache Wiederwahl)
Wahlrecht ab 18 J.
Der älteste Europäer - ein Georgier
Bereits vor 1,8 Millionen Jahren siedelten Menschen in Georgien. Der Schädel eines Homo erectus, der 1999 in einem Kaukasustal geborgen wurde, zeigt, dass die ursprünglich aus Afrika stammenden Menschen ihren ersten europäischen Siedlungsplatz in Georgien hatten. Im Laufe der Jahrtausende haben sich viele durchwandernde Völker mit der sesshaften Bevölkerung durchmischt und einen vielfältigen Kulturraum geschaffen. Die ersten staatlichen Gebilde auf georgischem Boden sind bereits im 4. Jahrhundert vor Christus entstanden. Sie standen im Austausch mit den Kulturen des Zweistromlandes und den Völkern Anatoliens. Aus dem antiken Griechenland brachten Kaufleute nicht nur Waren, sondern auch ihre Mythologie mit.
Das Christentum - ein nationales Band
Mit der Christianisierung Georgiens begannen syrische Mönche bereits im 4. Jahrhundert nach Christus. Sie legten den Grundstein für den Bau vieler Klöster und schufen an vielen Orten lebendige, religiöse Zentren. Zur Missionarin und quasi Nationalheiligen wurde die Syrerin Nino. Sie war eine heilkundige Frau, der es gelang die damals schwer kranke Königin Nana, Frau des herrschenden Königs Mirian, zu heilen. Aus Dankbarkeit für ihre Genesung wollte die Königin sich Nino erkenntlich zeigen. Da Nino keine Ansprüche stellte, sondern auf die Kraft ihres Gottes verwies, erhob Königin Nana das Christentum zur Staatsreligion. Bis heute sind zirka 84 Prozent der Bevölkerung Mitglied der georgisch-orthodoxen Kirche. Ein Ausdruck ihres starken Glaubens ist auch die georgische Nationalflagge. Zentrale Elemente sind das rote St. Georgs-Kreuz auf weißem Grund sowie vier kleinere Kreuze in den Ecken. Das große Kreuz ist ein Symbol für Christus, die kleinen stehen für die vier Evangelisten.
Jahrhunderte geprägt von Fremdherrschaft
Sucht man nach einem Stammvater für Georgien, so kommt allein König David, der Erbauer, infrage. Er war der Erste, der eine staatliche Einheit geschaffen hat. Unter seiner Aegide, bis zur Herrschaft der Königin Tamar zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert, erlebte Georgien eine Blütezeit, das sogenannte goldene Jahrhundert. Nur 100 Jahre später zerfiel das Land in verschiedene Kleinstaaten. Die unterschiedlichsten Völker und Fürsten hatten im Laufe der Geschichte versucht, Georgien zu erobern oder zumindest ihre Einflusssphäre auf das Land auszudehnen. Waren die Araber bereits zwischen dem 8. bis 10. Jahrhundert ins Land eingedrungen, um den Islam zu verbreiten, so konkurrierten nach Georgiens goldenem Jahrhundert abwechselnd Osmanen und Perser um das Land.
Die russische Vorherrschaft
Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts erweiterten die Russen ihren machtpolitischen Raum bis an den Rand des Kaukasus. Die Georgier suchten Verbündete gegen die Osmanen. Zar Alexander I. schickte den Georgiern militärische Hilfe, mit dem Ergebnis, dass Georgien Anfang des 19. Jahrhunderts in die Abhängigkeit von Russland geriet. 1918, nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Untergang des Zarenreiches, erklärte sich Georgien für unabhängig und wurde sogar von Russland als eigener Staat anerkannt. Die Eigenstaatlichkeit währte allerdings nur drei Jahre lang. Denn die bolschewistische Oktoberrevolution machte vor dem Kaukasusland nicht halt. Georgien wurde von der Roten Armee besetzt und zur Republik innerhalb der Sowjetunion erklärt. Jahrzehntelang hielt ein eigenmächtiger Staats- und Parteiapparat das Land fest im Griff, Korruption und Schattenwirtschaft florierten. Zunehmend vermehrten sich in Georgien auch nationale Töne. Eduard Schewardnadse, der spätere georgische Präsident, wurde 1971 vom Kreml zum Chef der Kommunistischen Partei Georgiens ernannt, um Georgien fest an die Ordnung Moskaus zu binden. Der Wunsch nach Eigenstaatlichkeit schwelte jedoch weiter.
Georgiens Unabhängigkeit
Der Bruch mit der Sowjetunion kam 1990. Mit ihrer Unabhängigkeitserklärung wollten die Georgier sofort sämtliche russischen Einflüsse abschütteln. Selbst die Straßenschilder wurden umgehend durch georgische ersetzt. Russland strafte auf seine Weise die georgische Freiheitsliebe ab: Das Riesenreich beschränkte die Gas- und Öllieferungen.
Den Georgiern gelang es unter ihrem ersten demokratisch gewählten Präsidenten Swiad Gamsachurdia nicht, einen territorial geschlossenen Staat zu errichten. Die Nationale Einheit, für die der erste Präsident eingetreten war, entpuppte sich als Illusion. Nur wenige Monate nach dem Machtantritt Gamsachurdias war das Land tief gespalten. Unter seinem Nachfolger Eduard Schewardnadse erhielt das Land international zwar viel Anerkennung. Andererseits lag dem neuen Präsidenten nur wenig daran, Georgien in einen Rechtsstaat westlichen Zuschnitts zu verwandeln. Parlament und Opposition waren zu schwach, um die Machtfülle Schewardnadses einzudämmen.
Micheil Saakaschwili, der vielen Georgiern als Hoffnungsträger galt, beendete die Regierung Schewardnadses. Als Abschiedsgeschenk brachte die politische Opposition Schewardnadse Rosen, weshalb der Machtwechsel auch als Rosenrevolution in die Geschichte einging. Doch die Hoffnungen auf mehr Demokratie haben sich nicht erfüllt: Unter Saakaschwili herrscht wieder Korruption, die Pressefreiheit ist eingeschränkt, die Gerichte können nur bedingt frei arbeiten. Die Menschen sind sehr unzufrieden mit dem Präsidenten. Gegen Saakaschwili hat sich bereits wieder eine Opposition gebildet, die untereinander jedoch sehr zerstritten ist. Innenpolitisch ist davon auszugehen, dass das Land wieder vor neuen Unruhen und Demonstrationen steht.
Quelle:
Planet Wissen

Georgien auf meinen Blick
Wie kommt man da denn hin. Bis dahin hatte ich mir darüber noch nie Gedanken gemacht, denn:
"Wo liegt Georgien überhaupt?" - Heute weiß ich es, damals, na ja!
Also, Georgien liegt am Schwarzen Meer, etwa auf der geografischen Höhe von Sizilien, war zu dieser Zeit ein "Mitgliedsstaat" der UdSSR und zu der Zeit, als wir da waren, konnte man schon die Unabhängigkeitsbestrebungen spüren, die in der damaligen Sowjetunion am gären waren. Georgien und sein damaliger Präsident, Schewardnadse, gehörten damals zu den Vorreitern.
Ansonsten war Georgien teils landwirtschaftlich, teils aber auch industriell (vor allem Erz- und Mineralabbau) geprägt.
Und warum ich dort war - nun Tblissi, die Hauptstadt ist Partnerstadt von Saarbrücken und hatte zu einem Fußballturnier eingeladen. Irgendwie war diese Einladung zum Landesjugendring Saar gelangt, der seine Mitgliedsverbände bat, eine Mannschaft zusammenzustellen. Nun ja, so kam ich nach Tblissi wie die Jungfrau zum Kind.
Irgendwie hatte wohl keiner der Mitgliedsverbände so richtig Lust, sodaß letztendlich ein verwegener Trupp von, ich glaube 11 Leutchen, die noch nie zusammen gespielt hatten und sich auch kaum kannten, nach Georgien flogen, die Fahne des Saarlands würdig zu vertreten.
Ähh, warum das so pathetisch klingt ?
Nun, was keiner von uns gewußt hatte:
Alle anderen Mannschaften, also Kiew, Lissabon, FC Tirol und wie sie alle hießen, hatten Ausscheidungsturniere gespielt, nur um dort antreten zu dürfen. Und dann kam aus dem beschaulichen Saarland der "Hobby - Thekenmannschafts - Nichttrainiert - Trupp" und hatte im ersten Spiel vor ca. 8000 Zuschauern gegen Tblissi's Auswahl anzutreten.



